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SH-NEWS 2010/131 vom 13.07.2010: Bahn AG behindert Teilhabe

Angebote für mobilitätseingeschränkte Personen im DB-Fernverkehr mangelhaft...

(VKD/LSKS/mbg) Aus aktuellem Anlass macht der Verband der Körperbehinderten der Stadt Dresden e.V. (VKD) im BSK darauf aufmerksam, dass die gegenwärtigen Angebote der Bahn AG im Fernverkehr in keiner Weise den Ansprüchen insbesondere rollstuhlnutzender Fahrgäste genügen.
Das betrifft sowohl das Fahrplanangebot als auch den erforderlichen Service.

Durch die Ausdünnung bzw. Streichung des ICE-Angebotes an den Knoten Dresden und Chemnitz, anteilig auch für Leipzig sowie durch den teilweisen Einsatz älterer Züge ohne Beförderungsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer sind für diesen Personenkreis erhebliche Erschwernisse entstanden.

Seit längerem ist es kaum möglich, Veranstaltungen, z.B. zur Weiterbildung oder zum Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der Selbsthilfe außerhalb des Freistaates Sachsen zu besuchen ohne wegen unzureichender Fernverbindungen zusätzliche, für die Vereine kaum bezahlbare Übernachtungen zu buchen.
Vergleichbare Probleme ergeben sich gerade jetzt bei der Nutzung der Bahn für Urlaubsreisen.

Da solche Reisen oft vor Beginn des Bahnhofsservice von DB Station&Service beginnen oder enden, werden insbesondere Fahrgäste im Elektrorollstuhl, für die technische Hilfen zwingend erforderlich sind, erheblich an der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben behindert, zum Teil völlig ausgebremst.

Der Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen e.V. (LSKS) und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Sachsen e.,V. (LAG SH) halten daher die Forderungern rollstuhlnutzender Fahrgäste und des VKD nach einer deutlichen Verbesserung der Mobilitätsangebote durch die Bahn AG für völlig berechtigt.

Sie unterstützen die Forderung an die Bahn und die Bundesregierung, im Sinne der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung schönen Worten und Druckschriften nun endlich Taten folgen zu lassen, eine deutliche Erweiterung des für Rollstuhlfahrer nutzbaren Fahrplanangebotes zu gewährleisten sowie die Bereitschaftszeiträume des Bahnhofsservice den Erfordernissen anzupassen.

Aufgefordert sind nach Auffassung der Betroffenen aber auch die Vertretungen und Gremien u.a. der Körperbehinderten-Bundesverbände, der BAG SELBSTHILFE und des Deutschen Behindertenrates, allgemeine Erklärungen durch konkrete Verhandlungen mit Bahn und Bundesregierung zur Änderungen der Situation zu ersetzen, diese gegebenenfalls auch mit bundesweiten Aktionen zu verbinden.

Der VKD will dazu eigene Überlegungen und Forderungen erarbeiten, die direkt und über sächsische Wege in die Bundespolitik und bei der Bahn AG eingebracht werden sollen.

Zu ihrer Erarbeitung hat er interessierte Menschen mit Behinderung eingeladen, am Donnerstag, 15. Juli 2010 ab 19 Uhr in seiner Begegnungsstätte im Robotron-Bürozentrum St. Petersburger Str. 15 entsprechende Standpunkte und Vorschläge vorzutragen.

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